Kulturtourismus in der Region Lieberoser Heide

Lieberoser Heide
Lupe Lieberoser Heide

Das europäische Forschungsprojekt SPOT (Soziale und innovative Plattform zum Kultur-Tourismus und seine Potentiale zur Vertiefung der europäischen Annäherung) wird vom Leibniz Institut mit unserer Unterstützung entwickelt. Das Ziel des Projektes ist die Schaffung einer neuen Plattform für verschieden Akteure aus dem Kulturtourimus. Unter anderem wurde die Lieberoser Heide für dieses Projekt ausgewählt.

 

 

Urlaub auf dem Truppenübungsplatz Dresden/Lübben, 27.05.2020

Wie kriegt man Kulturtouristen in die Lieberoser Heide? Das wollen Forscher aus Dresden in einem Großprojekt herausfinden. Erste Idee: Der Truppenübungsplatz soll zum Naturerlebnis werden.Die Lausitz kann mehr für Kulturtouristen bieten, als sie es bislang tut. Davon ist Peter Wirth überzeugt. Der 61-jährige promovierte Geograf kennt die Region gut, er verbringt hier oft selbst seine Urlaube.

Die Lausitz als Gesamtregion lässt sich schlecht vermarkten

Touristisch ist die Lausitz als Gesamtregion keine gute Marke, sagt er. Manche Ecken funktionieren touristisch prächtig, andere laufen eher unter dem Radar. Während der Spreewald europaweit einen Namen hat, befinden sich andere Teile der Lausitz auch touristisch mitten in der Transformation. Das Lausitzer Seenland entwickelt sich gerade erst. Viele Teile schlummern noch vor sich hin.„Die Lausitz verkauft sich nur stückchenweise“, sagt Wirth. Ein Stück davon will er nun in einem groß angelegten Projekt näher untersuchen: die Lieberoser Heide.Die Studie ist Teil des europäischen Forschungsprojekts Spot. Das Dresdner Leibnitz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) arbeitet dafür mit 14 internationalen Partnern zusammen. Wirth leitet das Projekt für das Dresdner Institut. Drei Jahre soll es laufen. Alles dreht sich um die Frage, wie man benachteiligte Gebiete mit Tourismus in ihrer Entwicklung besser fördern kann.

Kulturtourismus entdeckt unspektakuläre Ziele auch in der Lausitz

Im Kern geht es um einen neuen Ansatz von Kulturtourismus. Dachte man dabei bislang an barocke Perlen, Schlösser oder gotische Kathedralen, soll es nun um die eher zurückhaltenden Attraktionen des ländlichen Raums gehen.„Eine Dorfkirche kann auch interessant sein“, sagt Wirth. Jedenfalls dann, wenn man sie in eine regionale Erzählung einbettet, die Urlaubern als etwas Besonderes präsentiert werden kann. Dafür muss man erstmal den Blick der Einheimischen auf ihre wertvollen Kulturgüter schärfen – auch das ist Teil des Spot-Projekts. Auf lange Sicht soll das Hübschmachen für Urlauber die regionale Identität hervorheben.

Kulturtourismus gewinnt in der ländlichen Lausitz an Bedeutung

Kulturtourismus ist im Kommen und spricht längst breite Bevölkerungsschichten an. Eine wachsende Zahl von Urlaubern hat Lust, Bauernhöfe nicht nur zu besichtigen, sondern gleich mitzuarbeiten auf Höfen, Almwiesen oder Weingütern. Auch Brandenburg hat verstanden, dass hier eine wirtschaftliche Chance liegt. „Auch für ländlich geprägte Reiseziele hat der Kulturtourismus eine hohe Bedeutung“, heißt es in einem Leitfaden des Wirtschaftsministeriums von 2018, „kann er doch gerade hier seine profilierenden Potenziale in besonderem Maße entfalten. “Dieser neue Kulturtourismus feiert das Unspektakuläre. Er schließt historisch gewachsene Städte und Dörfer mit ein, erklärt Peter Wirth. „Es geht nicht um Hochkultur, sondern um Alltagskultur.“ Meist sind es ältere Reisende, die die weite Welt schon gesehen haben, die sich für heimische Kulturlandschaften nebst Bräuchen und Menschen erwärmen. Auch Zeugnisse jahrhundertealter Landwirtschaft können dabei zum Urlaubserlebnis werden.

Truppenübungsplatz Lieberoser Heide gilt als Naturschatz

Die Lieberoser Heide hat es ins Projekt geschafft, weil einige lokale Partner sich darum bemüht haben. Die Gegend ist trocken, hat mit dem ehemaligen Truppenübungsgelände eine Attraktion der besonderen Art. Dort gibt es viel Wald – und mehr noch die Notwendigkeit, etwas Neues damit aufzuziehen. Das Gebiet ist einzigartige Kulturlandschaft und Heimat einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt gleichermaßen, sind die Wissenschaftler vom Leibnitz-Institut überzeugt.Das Spot-Projekt sucht nach Rezepten, diese Naturschätze in Verbindung mit der militärischen Nutzungsgeschichte zu bewahren und zugänglich zu machen. Das Ganze soll dann auch Teil einer neuen, nachhaltigeren Regionalentwicklung sein. Europa besteht zu 85 Prozent aus ländlichen Räumen – auch wenn immer mehr Menschen in die großen Städte ziehen. Tourismus ist ein wichtiges Werkzeug, um Menschen und Geld in der Breite zu verteilen. Geleitet wird das EU-Projekt Spot von der Mendel-Universität in Brno. Insgesamt werden dabei 15 Regionen in ganz Europa touristisch erforscht, in denen Tourismus bisher kaum eine Rolle spielte. Hier soll der Tourismus als Möglichkeit ausgelotet werden, Entwicklung für die Wirtschaft voranzutreiben. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Am Ende soll eine Plattform entstehen, die die Akteure der 15 Regionen verbindet.

 

Weitere Informationen unter: www.ioer.de/projekte/spot/

 

 
 

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